25 Jahre Deutsche Diabetes-Stiftung
– kein Grund zum Feiern, wohl aber für eine kritische Zwischenbilanz. Dem Stiftungszweck folgend, wurde in den zurückliegenden Jahren viel geleistet und Beachtliches erreicht „zur Bekämpfung der Zuckerkrankheit“.
Sich jedoch zufrieden zurückzulehnen wäre ein falsches Signal, denn Diabetes in all seinen Ausprägungen ist nach wie vor ein wachsendes und somit ungelöstes Problem. Aktuelle epidemiologische Studien zeigen, dass auf jeden Menschen mit einem diagnostizierten Diabetes ein weiterer kommt, der von seiner Erkrankung nichts weiß. Hinzu kommt die Vielzahl von Menschen mit Vorstufen des Diabetes, bei denen bereits ein erhebliches kardiovaskuläres Risiko besteht.
Viel Anlass also, unsere Anstrengungen gegen die Pandemie Diabetes – und für Früherkennung, gesundheitliche Vorsorge und Prävention weiter zu verstärken.
Jüngste Aussagen von Vorständen wesentlicher Kostenträger, die die dramatischen Entwicklungen bei Diabetes und Adipositas klein reden wollen, sind also unverständlich. Ebenso die von einigen Vertretern des Ärztestandes, die unterstellen, mit der Bewusstmachung des Risikos käme es zu einer „Pathologisierung größerer Bevölkerungsteile …“.
Die Realität ist nämlich eine andere: immer jünger beginnend, gibt es unter uns viel zu viele Übergewichtige und Fettleibige mit Stoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Dies ist insbesondere bei sozial Benachteiligten eine brisante Problematik. Schauen wir in die Alteneinrichtungen, dann sehen wir eine ständig steigende Quote von Diabetikern „im Alter“ – dank moderner Medizin leben wir immer länger, aber mit oft wenig lebenswerten Folge erkrankungen. Deshalb ist und bleibt es unsere Aufgabe, operativ und fördernd „… der öffentlichen Gesundheitspflege und der Wissenschaft und Forschung auf dem gesamten Gebiet der Diabetologie einschließlich des Metabolischen Syndroms“ zu dienen.
Trotzdem sind 25 Jahre ein guter Grund, auf einige wesentliche Erfolge der Arbeit der DiabetesStiftung DDS zurück zu schauen und gleichzeitig einen perspektivischen Blick nach vorn zu richten – auf geplante Vorhaben und notwendige Maßnahmen.
Prof. Dr. Rüdiger Landgraf,
Vorsitzender der Deutschen Diabetes-Stiftung
Reinhart Hoffmann,
Beauftragter des Vorstands