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Diabetes mellitus Typ 1: Insulinpumpe mit Blutzucker-Sensor verbessert HbA1c 23.07.2010

Minneapolis/Minnesota – Eine neuartige Insulinpumpe, die gleichzeitig kontinuierlich den Blutzucker-Spiegel misst, hat in einer randomisierten Studie im New England Journal of Medicine (2010; 363: 311-320) die Kontrolle des Blutzuckers bei Diabetikern verbessert.

Mobile Insulinpumpen (in einer für die Patienten akzeptablen Größe) stehen seit den 1990er Jahren zur Verfügung. Im Jahr 2005 wurde dann (in den USA) ein erstes Gerät zur kontinuierlichen Blutzuckermessung eingeführt. Der nächste Schritt ist die Integration von regelmäßiger Blutzuckermessung und Insulinabgabe. Die ersten Geräte verzichten (noch?) auf eine vollständige Integration mit einer computergesteuerten Abgabe des Insulins. Sie wäre technisch kein Problem, wird aber wegen der Gefahr einer tödlichen Hypoglykämie bei versehentlicher Überdosierung als zu riskant angesehen. Die Geräte zeigen den Patienten lediglich die aktuellen Blutzuckerwerte an und unterstützen ihn damit bei der Dosierung der Insuline. Die erste Studie der amerikanischen Juvenile Diabetes Research Foundation hatte vor zwei Jahren nur bei älteren Patienten eine Verbesserung der Blutzuckereinstellung zeigen können (NEJM 2008; 359: 1464-1476). Dort war der HBA1c-Wert von 7,6 Prozent um 0,55 Prozentpunkte gesenkt worden.

Die Ergebnisse der Sensor-Augmented Pump Therapy for A1C Reduction (STAR 3)-Studie fallen jetzt günstiger aus. An der Studie beteiligten sich 485 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 im Alter von sieben bis 70 Jahren (329 Erwachsene und 156 Kinder), die auf eine konventionelle Insulintherapie mit mehrmaligen täglichen Injektionen (also ohne Insulinpumpe) oder auf eine Insulinpumpe des Sponsors randomisiert wurden, das die Blutzuckerwerte anzeigt. Diese werden von einem Blutzuckersensor gemessen, den der Patient an einer anderen Stelle der Bauchhaut appliziert.

Wie Richard Bergenstal vom International Diabetes Center in Minneapolis/Minnesota und Mitarbeiter jetzt mitteilen, konnte der HbA1c -Wert durch die Sensor-augmentierte Pumpenbehandlung von 8,3 auf 7,5 Prozent verbessert werden, während der HbA1c -Wert in der Kontrollgruppe nur von 8,3 auf 8,1 Prozent sank. Die Rate schwerer Hypoglykämien war mit 13,31 vs. 13,48 pro 100 Personenjahren in beiden Gruppen gleich.

Howard Wolpert vom Joslin Diabetes Center in Boston führt im Editorial (NEJM 2010; 363: 383-384) die Unterschiede zwischen beiden Studien auf die schlechteren HBA1c-Ausgangswerte (8,3 beziehungsweise 7,6 Prozent) und die Tatsache zurück, dass die Teilnehmer zuvor keine Pumpentherapie erhalten hatten (während in der früheren Studie mehr als 80 Prozent der Teilnehmer Erfahrungen mit einer Insulinpumpe hatten). Allein der Wechsel zur konventionellen Insulinpumpentherapie ist mit einer Reduktion des HbA1c-Werts verbunden. Das könnte einen Teil der Ergebnisse der STAR-Therapie erklären, vermutet Wolpert. Die neuen Sensor-augmentierten Pumpen werden sich seiner Ansicht nach nur langsam durchsetzen, da die Schulung komplizierter ist. Die Patienten müssen den Sensor regelmäßig erneuern und neu kalibrieren. Auch die Tatsache, dass die Patienten neben der Insulinpumpe noch einen Sensor tragen müssen (die Geräte kommunizieren drahtlos miteinander) könnte die Akzeptanz vorerst herabsetzen, befürchtet Wolpert.

Quelle: © rme/aerzteblatt.de; 23.07.2010


VON: SVB

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