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Obwohl zwei Drittel aller Diabetiker in Deutschland älter als 65 Jahre sind - die Hälfte davon pflegebedürftig – ist ihre Versorgungslage häufig besonders schlecht. Dies war das Ergebnis einer vor einigen Jahren von der Deutschen Diabetes-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie zur medizinischen und sozialen Situation von Diabetikern in Alten- und Pflegeheimen (ProDial-Studie). Daraufhin wurde auf Initiative der Diabetes-Stiftung die Arbeitsgemeinschaft "Diabetes und Geriatrie" in der Deutschen Diabetes-Gesellschaft gegründet. Leitlinie "Diabetes im Alter"Innerhalb eines Jahres entwickelten Experten einer Leitlinien-Kommission der Deutsche Diabetes-Gesellschaft zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie eine "evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Alter". Diese Leitlinie ist für Ärzte eine wichtige Hilfe bei diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen, die den betagten Patienten mit Diabetes betreffen. Die Leitlinie berücksichtigt alle derzeit verfügbaren Erkenntnisse aus Geriatrie und Diabetologie. Die Ausarbeitung umfasst 19 Kapitel von der Grundlage "Besonderheiten des geriatrischen Patienten" bis "Zukünftige Ziele" und ist ein wichtiger Leitfaden für alle betreuenden Ärzte. Strukturierte Geriatrische Diabetiker-Schulung (SGS)Übliche Diabetiker-Schulungen stellen für alte Menschen häufig ein Problem dar: Lehrinhalte und Lerntempo übersteigen ihre kognitiven Fähigkeiten und fördern so Frustration statt Motivation. So wundert es nicht, dass gerade einmal sechs Prozent der älteren Diabetiker jemals an einer Diabetiker-Schulung teilgenommen haben. Daher entwickelte eine Arbeitsgruppe um Dr. Dr. Andrej Zeyfang, Chefarzt an der Bethesda Geriatrischen Klinik Ulm, eine speziell auf alte Menschen zugeschnittene Diabetiker-Schulung. In sogenannten Strukturierten Geriatrischen Diabetiker-Schulungen (SGS) werden Informationen altersgerecht aufbereitet und vermittelt: Schulungen finden in Kleingruppen (4-6 Personen) statt, eine Unterrichtseinheit dauert nicht länger als 45 Minuten. Inhalte werden mehrmals wiederholt und das praktische Üben steht im Vordergrund. Schwerpunkt der Schulung ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Eine Evaluation bestätigte die besondere Eignung der Schulung für ältere Diabetiker. Fortbildung Diabetes in der Altenpflege (FoDiAl)Mit dem Fortbildungsprogramm "Fortbildung Diabetes in der Altenpflege" (FoDiAl) sollen Altenpfleger und -pflegerinnen in der optimalen Betreuung von älteren Diabetikern weitergebildet werden. Entwickelt wurde das Konzept von einer Arbeitsgemeinschaft unter Vorsitz von Dr. Alexander Friedl, Oberarzt im Geriatrischen Zentrum des Klinikums Stuttgart. Die Fortbildung ist auf zwei Tage begrenzt und in neun Themenblöcke unterteilt. So wird zum Beispiel ausführlich auf die Wirkungen verschiedener Medikamente eingegangen oder die Besonderheiten in der Ernährung älterer Menschen beschrieben. Was ist etwa zu tun, wenn ein Patient nichts essen kann oder will? Fallbeispiele und praktische Übungen runden das Gelernte ab. Nach erfolgreichem Abschluss der Schulung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das einzige dieser Art in Deutschland. Die Stiftung hofft, zusammen mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft auf diese Weise die Qualität der Versorgung älterer Diabetiker in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen und Anmeldungsmöglichkeit unter www.fodial.de |
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