Nachruf auf Edith Claußen - Ein Leben für Menschen mit Diabetes

Mehr als 15 Jahre war Edith Claußen als ehrenamtliche Kuratorin in der Deutschen Diabetes Stiftung tätig. Als sie damals im Jahr 2000 als Delegierte des Deutschen Diabetiker Bundes dieses Ehrenamt in der Stiftung übernahm, hatte sie bereits die Hälfte ihres Lebens dem Diabetes gewidmet. Begonnen hatte ihr Engagement für Menschen mit Diabetes in ihrer Heimat Erfurt. Dort übernahm sie die Organisation und Verwaltung der „Kreisdiabetiker Beratungsstelle Erfurt“. 1968 war das, ein Jahr bevor der erste Mensch den Mond betrat und die DDR noch über 20 Jahre bestehen sollte. Von da an entwickelte sich ein Leben, in dem Edith Claußen den Diabetes ein halbes Jahrhundert lang in den Mittelpunkt ihres Tuns stellen sollte.

Ihr unermüdliches Engagement galt allen Menschen mit Diabetes sowie deren Angehörigen und beschränkte sich damit nicht auf diejenigen, die ihr in ihrer täglichen Arbeit begegneten. Um das Leben möglichst vieler betroffener Menschen zu verbessern, lag ihr die Verbandsarbeit, insbesondere in der Selbsthilfe, sehr am Herzen. So war sie nach der politischen Wende in Ostdeutschland auch maßgeblich an der Gründung des damaligen Landesverbands Thüringen e.V. im Deutschen Diabetiker Bund beteiligt, dessen Vorsitzende sie weit über zwei Jahrzehnte war. Mithilfe der im Jahr 2002 gegründeten „Deutschen Diabetiker Akademie“ konnte das Projekt „Diabetes-Lotse DDB“ – eine neue Form der ehrenamtlichen sozialen Arbeit – in die Tat umgesetzt werden. Die Diabetes-Lotsen, meist handelt es sich dabei selbst um Menschen mit Diabetes, sollen vor allem neu an Diabetes erkrankten Menschen wertvolle Hilfestellungen im alltäglichen Umgang mit der Erkrankung leisten. Mittlerweile hat sich das Projekt bundesweit bewährt.

Mit der intensiven Verbandsarbeit nahm auch ihr Engagement in der Gesundheitspolitik zu. Neben ihrer Tätigkeit im Arbeitskreis St. Vincent (den sie mitgegründet hat), arbeitete sie regelmäßig mit dem Thüringer Gesundheitsministerium zusammen und gehörte dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) an, in dem sie sich vor allem für die Prävention und Früherkennung vehement einsetzte. In ihre Zeit als Kuratorin der DDS fiel auch die Organisation und Durchführung von zwei DiabetesMÄRKTEN der Stiftung in Thüringen. Bei den Planungen und Umsetzungen hatte sie die DDS mit ihrer Erfahrung und Kenntnis vor Ort tatkräftig unterstützt. 2002 erhielt sie für ihr persönliches und uneigennütziges lebenslanges Engagement für die Menschen mit Diabetes, das weit in die DDR-Zeiten zurückreichte, das Bundesverdienstkreuz am Bande. Elf Jahre später, 2013, wurde ihr der SilverStar als Ehrenpreis für ihr Lebenswerk verliehen.

Das von Frau Claußen hinterlassene Lebenswerk ist bewundernswert. Bis ins hohe Alter war sie aktiv, sprudelte vor Ideen für eine bessere Betreuung der Menschen mit Diabetes und war in der Verbandsarbeit hoch aktiv.

Wie wir erfahren haben, ist Edith Claußen am 05.08.2018 im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit großer Dankbarkeit und Hochachtung bleibt der Deutschen Diabetes Stiftung Edith Claußen mit ihrem Engagement auch in und für unsere Stiftung in bleibender Erinnerung. 

 

Vorstand und Kuratorium der Deutschen Diabetes Stiftung sowie das Team der Geschäftsstelle