Wie zuverlässig sind verschiedene Blutwerte zur Diagnose von Typ-2-Diabetes?
Eine aktuelle, von der Deutschen Diabetes Stiftung geförderte Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und der Universität Bielefeld zeigt, wie zuverlässig verschiedene Bluttests zur Diagnose von Typ-2-Diabetes sind und liefert wichtige Hinweise für eine frühere Erkennung der Erkrankung. Die Auswertung von 58 Studien mit über 276.000 Teilnehmenden belegt, dass der einfache Nüchternblutzucker-Test Diabetes insgesamt zuverlässiger erkennt als der häufig genutzte Langzeitwert HbA1c. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die optimalen Grenzwerte für die Diagnose möglicherweise niedriger angesetzt werden sollten und sich je nach Weltregion unterscheiden können. Aufwendigere Verfahren wie der orale Glukosetoleranztest (oGTT) bleiben zwar weiterhin Referenz, sind im Alltag jedoch oft schwer umzusetzen.
Hier die vollständige Kurzmitteilung sowie die Studie abrufen.
Wichtige Einordnung:
Diese Ergebnisse sollen Patient:innen nicht verunsichern, sondern im Gegenteil Sicherheit geben: Die Studie bestätigt, dass bereits einfache und etablierte Untersuchungen in der Hausarztpraxis eine verlässliche Grundlage für die Diagnose bieten. An der bewährten Praxis, Befunde sorgfältig zu prüfen und bei Bedarf durch weitere Tests abzusichern, ändert sich nichts. Vielmehr unterstreichen die Erkenntnisse, dass Diabetes künftig noch früher erkannt werden kann – ein entscheidender Vorteil, um Folgeerkrankungen rechtzeitig vorzubeugen.
»Typ-2-Diabetes rechtzeitig zu erkennen, dauert oft lange, sodass wertvolle Zeit verloren geht und möglicherweise schon die Grundlagen für erste Spätschäden gelegt werden. Diese Studie aus Düsseldorf zeigt sehr schön, dass bereits die einfache und relativ kostengünstige Messung des Nüchternblutzuckers in der Hausarztpraxis dafür ausreicht. Diese Messung sollte daher regelmäßig bei Menschen mit Übergewicht oder Diabetes in der Familie durchgeführt werden. Ein aufwendiger Zuckerbelastungstest bietet im Vergleich dazu eher ergänzende Vorteile – eine wichtige Erkenntnis!« (Prof. Dr. Hans Hauner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Diabetes Stiftung)