Einmal Typ-2-Diabetes-Prävention zum Mitnehmen, bitte!

Entwicklung eines Smartphone-basierten Lebensstilprogramms zur Prävention von Typ-2-Diabetes mellitus

Übergewicht und Adipositas gelten als die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren des Typ-2-Diabetes. Dem manifesten Typ-2-Diabetes geht eine lange präklinische Phase voraus, die als Prädiabetes bezeichnet wird. Etwa 5-10 % aller Personen mit Prädiabetes entwickeln jährlich einen manifesten Typ-2-Diabetes, wobei das individuelle Risiko in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren stark variiert.

Obwohl inzwischen bestens belegt ist, dass durch eine Anpassung des Lebensstils mit mäßiger Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung und körperlicher Bewegung auch noch in der prädiabetischen Phase eine sehr effektive Diabetesprävention möglich ist, wird dieses Thema in Deutschland nach wie vor sehr stiefmütterlich behandelt. Es gibt bisher nur ein validiertes Präventionsprogramm, das wegen fehlender Finanzierung nur in sehr begrenztem Umfang und nur regional eingesetzt wird.

Vor diesem Hintergrund besteht dringender Bedarf für niedrigschwellige, kostengünstige Programme, die möglichst flächendeckend angeboten werden. Hier bietet sich die Entwicklung von spezifischen e-Health-Programmen und insbesondere Smartphone-Applikationen (Apps) an.

Rund 93 % der 30-49-Jährigen und 88 % der 50-64-Jährigen nutzen in Deutschland derzeit ein Smartphone. Doch trotz einer Vielzahl von Apps die uns bei der Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung oder Aktivitätssteigerung unterstützen sollen, gibt es in Deutschland bisher kein evaluiertes, qualitätsgesichertes Lebensstilprogramm zur Diabetesprävention, dass diese Komponenten vereint und über das Medium „Smartphone“ genutzt werden kann.

Die Deutsche Diabetes Stiftung hat sich das Ziel gesetzt, diese Versorgungslücke zu schließen. Basierend auf den Inhalten Ernährung, Bewegung und Verhaltensmodifikation soll ein leicht zugängliches, flexibles und effektives Smart-Tool entwickelt werden, welches im Vergleich zu konservativen Lebensstilprogrammen als  „To-Go“-Intervention rund um die Uhr verfügbar und von überall abrufbar ist. Dieses „smarte“ Lebensstilprogramm soll anschließend bundesweit und flächendeckend als qualitätsgesichertes Präventionsinstrument etabliert werden.